Batterieforschung

Kabellose Geräte, grüner Strom zu jeder Zeit und vor allem Elektroautos sind nur möglich dank Batterien. Leistungsstarke Batterien sind der Schlüssel für viele Produkte. Die Beherrschung der Batterietechnologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Material über die Zelle bis hin zum Recycling ist deshalb das Ziel der BMBF-Förderung.

Zukünftig sollen leistungsstarke Batterien aus Deutschland kommen

Seit 2007 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) intensiv im Bereich der Batterieforschung. In verschiedenen Fördermaßnahmen werden Aspekte wiederaufladbarer Batterien untersucht: Von der Grundlagenforschung  über die Materialentwicklung bis hin zur Prozesstechnologie und Produktionsmethodik und dem Transfer in die Industrie wird die gesamte Wertschöpfungskette der Lithium-Ionen-Batterie abgedeckt. Zusätzlich werden Post-Lithium-Ionen-Systeme wie z. B. Metall-Luft- oder Metall-Schwefel-Batterien betrachtet, die zukünftige Batterietechnologien darstellen können. Im Fokus stehen dabei die Erhöhung von Energiedichte und Schnellladefähigkeit, von Sicherheit und Lebensdauer sowie Aspekte der zirkulären Wirtschaft wie beispielsweise Recycling und die Substitution kritischer oder toxischer Rohstoffe. Zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung exzellenter Batterieforschungsaktivitäten sowie der Anzahl der Batterieforscher in Deutschland runden das Programm ab.

Im August 2009 wurde der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität  von der Bundesregierung verabschiedet, der die Grundlage für diese strategische Ausrichtung der Batterieforschung darstellt. Deutschland soll zum Leitanbieter für Elektromobilität werden. Hierzu ist es von besonderer Bedeutung, dass leistungsfähige Batteriesysteme am Standort Deutschland produziert werden, die in Hybrid- und Elektrofahrzeugen sowie anderen mobilen Geräten wie Laptops, Smartphones oder Hochleistungswerkzeugen, aber auch in Industrieanwendungen und der Medizintechnik Verwendung finden können.

In der Hightech-Strategie 2025 (HTS 2025) hat die Bundesregierung gemeinsame ressortübergreifende Ziele formuliert, die unter anderem zu einer internationalen Stärkung der Position Deutschlands in der Forschung und Entwicklung beitragen. In der Batterietechnologie wird die technologische Unabhängigkeit und Souveränität Deutschlands sowie eine vollständige Abdeckung der Wertschöpfungskette am Standort Deutschland – von den Rohstoffen über die Material- und Zellherstellung bis hin zu vollständigen Batteriesystemen – angestrebt. Teil der Mission ist hierbei der Aufbau eigener Kapazitäten für die Batteriezellproduktion in Deutschland. Entsprechend wird die Batterieforschung weiter vorangetrieben und Konsortien werden mit geeigneten Unterstützungsmaßnahmen bis zur Etablierung einer Zellfertigung begleitet.


In der 2017  gegründeten europäischen Batterieallianz (EBA) verfolgt die Bundesregierung auf europäischer Ebene das Ziel, eine wettbewerbsfähige Wertschöpfungskette für nachhaltige Batteriezellen aufzubauen. Eine technologische Abhängigkeit von ausländischen Mitbewerbern soll hierdurch vermieden werden. Und gleichzeitig soll das volle Potential für Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen im Batteriesektor ausgeschöpft werden. Die Plattform EBA versammelt die europäische Kommission, interessierte EU-Mitgliedsländer, die europäische Investitionsbank (EIB) sowie entscheidende industrielle Stakeholder und Innovationstreiber unter einem Dach. Mit dem strategischen Aktionsplan für Batterien wurden konkrete Maßnahmen formuliert, die zur Etablierung eines innovativen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen „Batterie-Ökosystems“ in Europa beitragen. Beispielsweise ist die Unterstützung des Aufbaus einer europäischen Batteriezellfertigung Teil des Aktionsplans.
Im Februar 2019 startete die European Technology and Innovation Platform (ETIP) on Batteries „Batteries Europe“. Batteries Europe soll Forschungs- und Innovationsagenden sowie Roadmaps entwickeln und aktualisieren, um die Entwicklung von Batterieprojekten sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene zu fördern. Darüber hinaus wird die Plattform die Fachcommunity beim Informations- und Erfahrungsaustausch  zu Best Practices, Forschung und dem Zugang zu Finanzmitteln unterstützen. Sie wird damit für die Stakeholder als Art „single entry point“ fungieren. In den nächsten drei Jahren soll das 1-Mio.-Euro-Projekt durch die Koordinierung die Bemühungen öffentlicher und privater Partner und anderer Batterie-aktiver F&E-Akteure erleichtern. Diese Entlastung soll durch Veranstaltungen, thematische Treffen und Netzwerkmöglichkeiten erreicht werden. Die Plattform soll von InnoEnergy koordiniert werden zusammen mit der European Energy Research Alliance (EERA) und der Euoropean Association for Storage of Energy (EASE).
In Fragen der strategischen Forschungsausrichtung zu elektrochemischen Energiespeichern berät der Beirat Batterieforschung Deutschland das BMBF. Der Beirat setzt sich aus hochrangigen Vertretern aus Industrie und Forschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Batterien zusammen. Er verabschiedet zudem das Programm des zweiten und dritten Tages des Batterieforums Deutschland.