Ferienpraktika "Werkstoffferien"

Gemäß dem Motto "Experimentieren wie die Profis" vermittelt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) an interessierte Schülerinnen und Schüler bundesweit Ferienpraktika im Bereich Werkstofftechnologien an renommierten deutschen Forschungseinrichtungen. Beim Umgang mit Hightech-Geräten erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Hintergründe darüber, wie mit Neuen Materialien und Werkstoffen innovative Lösungen für zentrale Zukunftsfragen entwickelt werden, wie den Klima- und Umweltschutz, die nachhaltige Wasser- und Energieversorgung oder den Kampf gegen Volkskrankheiten. Bedingt durch die Corona-Pandemie bieten wir seit 2020 auch virtuelle Exkursionstage „Virtual Lab Day“ an, die Euch spannende Einblicke in die Arbeit von Forscherinnen und Forschern gewähren.

Wozu brauchen wir Materialforschung?

Neue Materialien und Werkstoffe sind Innovationstreiber für viele Industriebereiche und bieten Lösungen für zentrale Zukunftsfragen, wie den Klima- und Umweltschutz, die nachhaltige Wasser- und Energieversorgung einer wachsenden Weltbevölkerung oder den Kampf gegen Volkskrankheiten. Schon heute wird die Strukturierung von Materialien dazu genutzt, Krebszellen gezielt zu bekämpfen, Trinkwasser aufzubereiten, Kleidungsstücke schmutzabweisend zu beschichten oder Autolacke kratzfester zu machen. Durch neuartige Werkstoffe, wie zum Beispiel Carbonfaser-verstärkte Kunststoffe oder Graphen, werden Autos und Flugzeuge leichter, Windräder und Brücken stabiler, Solarzellen und Energiespeicher effizienter. Zwei Drittel aller technologischen Innovationen haben mit den Eigenschaften von Werkstoffen zu tun. Die Materialforschung und Werkstofftechnik bietet ein breites Spektrum an interessanten und attraktiven Berufsmöglichkeiten sowie Karrierechancen für junge Menschen in unterschiedlichsten Branchen.

Das Angebot "Werkstoffferien" richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, die zum Zeitpunkt des Praktikums die Sekundarstufe II einer weiterführenden Schule besuchen und Spaß und Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen haben. Ziel der Maßnahme ist es, das Interesse für die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik als fächerübergreifende Querschnittstechnologien für den späteren beruflichen Ausbildungsweg zu wecken und eine Möglichkeit zu schaffen, sich intensiv mit diesen faszinierenden Themen zu beschäftigen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden für eine Woche an eine der beteiligten Forschungseinrichtungen eingeladen. Dort wird unter intensiver Betreuung erlebbar, wie Forscher neue Materialien und Werkstoffe herstellen und untersuchen. Im Labor besteht die Möglichkeit selbst zu experimentieren. Am Ende des Praktikums gibt es ein Zertifikat.

Für die Organisation und Finanzierung der An- und Abreise sind die Teilnehmenden selbst verantwortlich. Das Praktikum selbst sowie die Unterbringung und Verpflegung vor Ort sind kostenfrei. Die Praktikumszeit ist ganztägig und den Arbeitszeiten des jeweiligen Instituts angepasst.

Beteiligte Institute:

DWI - Leibniz-Institut für Interaktive Materialien Aachen

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Karlsruher Institut für Technologie

Leibniz-Institut für Katalyse Rostock

Leibniz-Institut für Neue Materialien Saarbrücken

Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden

Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien Bremen

Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe Kaiserslautern

 

Digitale Werkstoffferien (Virtual Lab Day)

Als Alternativangebot für die Corona-bedingt ausgefallenen Präsenzpraktika wurden am 13. und 14. Oktober 2020 die digitalen Werkstoffferien angeboten. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert von den virtuellen Einblicken in Laboratorien  von vier Forschungsinstituten sowie den interessanten Vorträgen zur Materialforschung.