Neue Medikamente bekämpfen Krebs effizienter

In Deutschland erkranken ca. 180.000 Menschen pro Jahr an einem Krebs, der Knochenmetastasen ausbilden kann. Knochenmetastasen zählen zu den Tumorarten mit den geringsten Heilungschancen, da sie gestreut auftreten und operativ kaum behandelt werden können. Ein neues Medikament, das tumorspezifische Antikörper zielgerichtet in die Krebszellen schleust, soll künftig eine effizientere Behandlung von Knochenkrebs ermöglichen.

Wissenschaftler pipettiert im Labor Reagenzlösungen.

Wirkstoffe gezielt transportieren – neue Behandlung von Knochenmetastasen

Das Verbundprojekt "BSP-Transport" zielt auf die Erforschung eines als Krebsmedikament einsetzbaren neuartigen Wirkstoffs, der erstmals die zielgerichtete Behandlung von Knochenmetastasen erlaubt, die häufig in Folge beispielsweise einer Brustkrebs- oder Prostatakrebserkrankung auftreten. Bislang lassen sich diese Knochenmetastasen kaum behandeln, betroffene Patientinnen und Patienten haben nur geringe Heilungschancen.

Grundlage des innovativen Wirkstoffs ist ein von den Projektpartnern erforschter Antikörper, der an ein speziell von Krebszellen gebildetes Stoffwechselprodukt, das sogenannte tumorspezifische Bone-Sialoprotein (BSP) bindet. Wird durch den Antikörper das BSP gebunden, sterben die Krebszellen ab und die Knochenmetastasen bilden sich zurück.

Antikörper sind jedoch relativ große Moleküle, die nicht in Zellen aufgenommen werden können. Daher soll für den neuartigen Wirkstoff der Antikörper an ein spezielles Protein gebunden werden, das den Antikörper in die Krebszelle einschleust. Auf diese Weise kann der Antikörper die Krebszellen noch effektiver bekämpfen. Dies bedeutet für die Patientinnen und Patienten, dass die Dosis des Medikamentes gering gehalten werden kann und somit weniger unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Was wurde erreicht?

Im Verlauf des Projektes gelang es den Projektpartnern, geeignete Proteine für die Einschleusung in die Krebszellen zu finden und den Antikörper an diese Proteine zu binden. In Zellkulturen konnte gezeigt werden, dass die Antikörper auf diese Weise tatsächlich in Krebszellen eingeschleust werden und danach zytotoxisch wirken, d.h. die Krebszellen sterben ab. Dabei konnte die Affinität, d.h. die Bindung des Antikörpers an die Zielstruktur BSP erhöht werden. Dies sind sehr vielversprechende Ergebnisse für die weitere Entwicklung des Krebsmedikamentes durch die Projektpartner.