Biopolymere für nachhaltigere Straßenbeläge
Straßen sichern Mobilität und Wirtschaft, beruhen aber stark auf erdölbasiertem Asphalt. Das Bindemittel Bitumen wird bisher mit Kunststoffen aus fossilen Quellen verbessert, die zwar funktionieren, aber das Recycling erschweren und klimapolitisch unter Druck stehen. Gleichzeitig fallen in der Landwirtschaft große Mengen öl- und fetthaltiger Reststoffe an, die kaum hochwertig genutzt werden. Im Verbundprojekt AsPHAlt wird erforscht, wie ein Biokunststoff nachhaltig hergestellt und so modifiziert werden kann, dass die Eigenschaften von Bitumen verbessert werden. Mit dieser Lösung sollen Straßen langlebiger gemacht und dabei Ressourcen geschont werden.
Ziele und Vorgehen
Ziel von AsPHAlt ist ein biobasierter Kunststoffzusatz aus Reststoffen, der Bitumen so modifiziert, dass Straßen haltbarer, besser wiederverwertbar und ressourcenschonender werden. Die Berliner Hochschule für Technik (BHT) entwickelt dafür den Bioprozess und stellt definierte Polyhydroxyalkanoat (PHA)-Varianten bereit. Die ANiMOX GmbH bereitet Reststoffe auf, unterstützt die PHA-Herstellung im größeren Maßstab und die Aufbereitung. Die RWTH Aachen bewertet die Leistungsfähigkeit von PHA-modifiziertem Bitumen und Asphalt, die Stutz GmbH prüft die Praxistauglichkeit in Mischanlage, Transport und Einbau, Carbon Minds analysiert Klima- und Umweltwirkungen. So entsteht eine durchgängige Entwicklungskette von der Reststoffnutzung bis zur anwendungsnah geprüften Lösung.
Innovationen und Perspektiven
AsPHAlt entwickelt PHA nicht nur als Zusatz, sondern stimmt Zusammensetzung und Eigenschaften gezielt auf Bitumen und Asphalt ab. Innovativ ist die Verbindung von Reststoffnutzung, skalierbarer biotechnologischer Herstellung, technischer Erprobung und belastbarer Umweltbewertung im Verbund. So können fossile Polymere ersetzt, die Lebensdauer von Straßen erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei nachhaltigen Infrastrukturtechnologien gestärkt werden.